Social Media selber machen oder abgeben? Eine ehrliche Entscheidungshilfe

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, meistens ziemlich früh: Können wir das nicht einfach selbst machen? Und die ehrliche Antwort lautet oft ja. Nur eben nicht immer, und nicht für jeden. Wer sie falsch beantwortet, verbrennt entweder Geld oder ein halbes Jahr Zeit.
Dieser Text ist keine Verkaufsseite. Er soll dir helfen, für deinen Betrieb die richtige Entscheidung zu treffen, auch wenn sie gegen eine Agentur ausfällt.
Die Frage, die vor allen anderen kommt
Bevor du über selbst machen oder abgeben nachdenkst, klär eine andere Sache: Was soll dabei herauskommen? Nicht Reichweite, nicht Follower, sondern das Ergebnis dahinter. Willst du Bewerbungen? Anfragen? Oder willst du, dass Leute, die dich ohnehin empfohlen bekommen, einen ordentlichen Eindruck gewinnen, wenn sie dich nachschlagen?
Diese drei Ziele führen zu drei völlig verschiedenen Antworten. Für den dritten Fall brauchst du keine Agentur, sondern zwei Stunden Aufräumarbeit und danach einen Beitrag im Monat. Wer das nicht trennt, kauft eine Betreuung für ein Problem, das er gar nicht hat.
Warum die Antwort hier in der Region anders ausfällt
Im Rhein-Neckar-Kreis sitzen viele Betriebe, die ihre Kunden im Umkreis von dreißig Kilometern haben. Der Handwerker aus Hockenheim, der Dienstleister in Schwetzingen, die Praxis in Speyer. Für die gilt eine andere Rechnung als für ein Unternehmen, das bundesweit verkauft.
Der Unterschied: Deine Zielgruppe ist überschaubar. Du brauchst keine Millionenreichweite, sondern die richtigen paar Hundert Leute aus deinem Einzugsgebiet. Das ist die gute Nachricht, weil es die Sache einfacher macht. Und es ist die unbequeme, weil Fehler sichtbarer sind. Wer in Mannheim danebengreift, geht in der Masse unter. Wer es in Speyer tut, wird darauf angesprochen.
Genau deshalb ist die Frage nach selbst machen oder abgeben hier weniger eine Budgetfrage als eine Frage, wer die Stimme deines Betriebs am glaubwürdigsten trifft.
Wann du es selbst machen solltest
Es gibt Betriebe, denen ich aktiv davon abrate, jemanden dafür zu bezahlen. Meistens erkennst du sie an drei Dingen.
Du oder jemand im Team macht es gern. Nicht widerwillig zwischen zwei Terminen, sondern mit einem gewissen Spaß daran. Wer gern filmt und gern erzählt, produziert Material, das keine Agentur besser hinbekommt, weil es echt ist. Das schlägt jede Produktion.
Dein Betrieb ist gut ausgelastet und du suchst niemanden. Wenn die Auftragsbücher voll sind und keine Stelle offen ist, ist Social Media Imagepflege. Das ist völlig legitim, aber es rechtfertigt kein monatliches Budget. Dann reicht ein regelmäßiger, ehrlicher Beitrag.
Du bist bereit, es sechs Monate durchzuziehen. Das ist der Punkt, an dem die meisten scheitern. Nicht am Können, sondern am Dranbleiben. Wer nach vier Wochen aufhört, hätte es besser gar nicht angefangen.
Trifft alles drei zu, mach es selbst. Du sparst dir Geld und bekommst wahrscheinlich ein besseres Ergebnis.
Wann du es abgeben solltest
Umgekehrt gibt es Situationen, in denen Selbermachen die teurere Variante ist, auch wenn es zunächst nichts kostet.
Du hast eine offene Stelle, die dich echtes Geld kostet. Ein unbesetzter Monteur, ein fehlender Mitarbeiter in der Produktion: Da läuft eine Uhr. Wer in dieser Lage sechs Monate lang selbst übt, zahlt das Lehrgeld in entgangenen Aufträgen.
Du hast es schon versucht und es ist eingeschlafen. Das ist kein Vorwurf, das ist der Normalfall. Wenn dein letzter Beitrag von vor acht Monaten ist, hast du deine Antwort schon. Nicht, weil du es nicht kannst, sondern weil der Tag voll ist und Social Media immer das Erste ist, was liegen bleibt.
Du willst wissen, ob es sich lohnt. Selbst gemacht misst kaum jemand mit. Wer wissen will, ob aus dem Aufwand Anfragen werden, braucht jemanden, der die Zahlen liest und ehrlich sagt, wenn nichts dabei herauskommt.
Der Mittelweg, über den zu selten geredet wird
Es gibt nicht nur ganz oder gar nicht. Die Variante, die für viele Betriebe im Rhein-Neckar-Kreis am besten funktioniert, sieht so aus: Du lieferst das Rohmaterial, jemand anders macht daraus etwas.
Praktisch heißt das, du filmst mit dem Handy, was ohnehin passiert. Die Baustelle, den fertigen Auftrag, den neuen Azubi am ersten Tag. Zusammenschneiden, texten, planen und auswerten übernimmt jemand anders. Du gibst zwanzig Minuten in der Woche und behältst trotzdem die eigene Stimme.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Kein Produktionsteam, das anrückt, keine gestellten Aufnahmen, die nach Werbung riechen. Und du bleibst unabhängig, weil das Material dir gehört.
Woran du eine gute Zusammenarbeit erkennst
Egal wie du dich entscheidest, an einem Punkt lohnt sich der genaue Blick. Wer dir Reichweite verspricht, verkauft dir die falsche Zahl. Frag stattdessen, woran ihr in drei Monaten gemeinsam ablesen wollt, ob es funktioniert hat, und was passiert, wenn die Antwort nein lautet.
Wer darauf keine klare Antwort gibt, hat noch nie mit einem Betrieb gearbeitet, für den das Geld eine Rolle spielt.
Kurz zusammengefasst
Mach es selbst, wenn jemand im Team Lust darauf hat, du niemanden suchst und du durchhältst. Gib es ab, wenn eine offene Stelle Geld kostet, der letzte Versuch eingeschlafen ist oder du belastbare Zahlen brauchst. Und schau dir den Mittelweg an, bevor du dich für eines von beidem entscheidest.
Du bist dir nicht sicher, welcher Fall auf dich zutrifft? Schreib mir kurz, was du erreichen willst, dann sage ich dir ehrlich, ob sich eine Zusammenarbeit für dich lohnt. Auch wenn die Antwort nein ist.
Willst du das für deinen Betrieb umsetzen?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns deine Situation an, ehrlich und ohne Verkaufsdruck.